Klickbarer Prototyp · Fachliche Spezifikation · Stand 16.07.2026

Kaze — Prototyp & Spezifikation

Kaze (風, der Wind) — die App, die Apps sperrt, damit du rausgehst und den Wind suchst. Links der klickbare Prototyp, rechts die fachliche Spezifikation als Grundlage für die Programmierung.

Der Tab „Aktiv" startet mit zwei Beispiel-Sperren (Instagram und YouTube). Demo-Entsperrcode: 4 7 1 1 4 2

Sperr-Screens:

Einfach durchklicken — der Prototyp funktioniert.

Produktkern ein Satz

Kaze (風, der Wind): eine bewusst einfache iPhone-App — definierte Apps für eine definierte Zahl Stunden sperren, damit man rausgeht und den Wind sucht. Der „Notfallcode" ;-) zum vorzeitigen Entblocken kommt per E-Mail und existiert nirgendwo auf dem Gerät. Kostenlos und Open Source (MIT) — kein Kauf, kein Abo, kein Login, keine Statistiken.

Name und Zeichen: Kaze 風 entschieden

Kaze (風, der Wind) — kurz, international aussprechbar, App-Store-tauglich, und das Zeichen erzählt die Geschichte der App: Sperre zu, geh raus, such den Wind. 風 ist zugleich die Marke: Hanko-Siegel, Schriftzug 風 KAZE, Splash und Freigabe-Toast.

Die weiteren Zeichen folgen dem Wasserzeichen-System: Jeder Screen trägt sein festes Zeichen als großes, dezentes Wasserzeichen rechts oben — ohne deutschen Text daneben. Es bleibt beim Scrollen stehen (unterhalb der Dynamic Island), der Inhalt läuft darunter durch. Die Bedeutungen stehen gesammelt auf der Unterseite „Woher der Wind weht" (Einstellungen → Die Zeichen).

ZeichenLesungBedeutungOrt und Einsatz
shizukaStille, RuheEinrichten — Wasserzeichen hinter „Wer soll erst mal Ruhe geben?" (umgesetzt)
静寂seijakutiefe, wohltuende StilleVerriegelt (Übersicht) — Wasserzeichen, vertikal gesetzt (umgesetzt)
tokiZeitSperre (Detail) — Wasserzeichen hinter dem Zifferblatt (umgesetzt)
kagiSchlüsselCode-Eingabe — Wasserzeichen (umgesetzt)
kokoroHerz, GeistEinstellungen — Wasserzeichen (umgesetzt)
一息hitoikiein Atemzug, kurz innehaltenKandidat: Nachdenkpause — passt exakt zu 15 Sekunden
我慢gamangeduldiges DurchhaltenKandidat: grüner Schild-Button / Toast „Gute Entscheidung."
mabewusster Zwischenraum, PauseKandidat: künftiger Zeitplan-Screen

Alle Zeichen — umgesetzt wie Kandidaten — stehen mit ihrer Geschichte im Glossar „Woher der Wind weht".

Modell: Die Sperre fachliche Regeln

  • Eine Sperre = eine Menge Apps + eine Laufzeit. Jedes „Anwenden" erzeugt eine neue Sperre; beliebig viele laufen parallel, jede mit eigener Uhr.
  • Eine App kann immer nur in einer aktiven Sperre stecken.
  • Verlängern: jederzeit, sofort, ohne Hürde — nur mehr Sperre braucht keine Hürde.
  • Verkürzen / vorzeitig beenden: nur mit dem Notfallcode. Pro Sperre ein eigener 6-stelliger Code in einer eigenen E-Mail; das Beenden einer Sperre lässt alle anderen weiterlaufen.
  • Ablauf: Endet die Laufzeit, werden die Apps automatisch frei (Meldung „風 — … wieder frei").
  • Restzeiten überall in h:mm, minutengenau aufgerundet — keine Sekunden. Einzige Ausnahme: der 15-Sekunden-Stopper, dort sind Sekunden der Inhalt.

Screen: Splash erster Start des Tages

  • Erscheint nur beim ersten App-Start des Tages (gemerkt per Datum), sonst startet die App direkt im Einrichten.
  • Kurz: ~2,4 Sekunden, dann automatischer Übergang; Antippen überspringt sofort.
  • Inhalt: nur ein Zeichen — das rote 風-Siegel mit Schriftzug KAZE und der deutschen Bedeutung „kaze — der Wind".
  • Fußzeile: neckarshore.ai-Logo (20 px) mit „von neckarshore.ai", MIT-Lizenz und Link aufs GitHub-Repo.
  • Im Prototyp jederzeit über den Tab „Start" abspielbar.

Screen: Einrichten Startbildschirm

  • Schriftzug 風 KAZE; hauchzartes Wasserzeichen („Stille") hinter der Überschrift.
  • Überschrift: „Wer soll erst mal Ruhe geben?"
  • App-Raster (3 Spalten): Antippen wählt an/ab. Ausgewählt = farbiges Icon mit Zinnober-Ring und Haken-Badge; abgewählt = ausgegraut. Apps in laufender Sperre: nicht wählbar, statt Name steht „bis HH:MM", Antippen zeigt nur einen Hinweis.
  • „+"-Kachel öffnet die App-Auswahl. In der echten App zwingend Apples System-Picker (FamilyControls) — der Dialog im Mockup ist Platzhalter.
  • Dauer-Slider 1–24 Std: große Stundenzahl, daneben live „frei ab HH:MM".
  • Slide-to-Lock „Anwenden": Die Wisch-Geste ist die Bestätigung, kein Extra-Dialog. Ohne App-Auswahl deaktiviert („Erst App wählen"). Nach dem Zuschieben wechselt die App zur Übersicht.
  • Fußzeile: Der „Notfallcode" ;-) zum Entblocken kommt per E-Mail.

Screen: Verriegelt Übersicht

  • Reine Liste der aktiven Sperren: App-Icons, Name(n), „frei ab HH:MM", Restzeit in Zinnober, dünner passiver Fortschrittsbalken (Restanteil der Laufzeit).
  • Antippen einer Sperre öffnet ihre Detail-Seite.
  • Outline-Button „+ Weitere Apps sperren" führt zum Einrichten.
  • Läuft keine Sperre mehr, wechselt die App automatisch zum Einrichten.
  • Wasserzeichen 静寂 (seijaku, tiefe Stille), vertikal gesetzt.

Screen: Sperre Detail, EasyPark-Vorbild

  • Zurück-Pfeil „‹ Übersicht" oben links (iOS-Konvention).
  • Zifferblatt: Restzeit groß (h:mm) mit „Endet HH:MM", dargestellt auf einer festen 12-Stunden-Skala mit Stunden-Ticks; über 11 Std Rest schaltet die Skala auf 24 bzw. 48 Std (Angabe unter dem Ring). So bleibt immer viel freie Strecke zum Verlängern.
  • Verlängern durch Drehen: Griffpunkt am Bogenende, Ziehen im Uhrzeigersinn. Winkel = Zeit auf dem Blatt, Live-Anzeige „+X Min — Endet HH:MM", beim Loslassen auf 5 Minuten gerundet. Gegen den Uhrzeigersinn bewegt sich nichts — Verkürzen kennt der Regler physisch nicht.
  • „Entriegeln" (gefüllter Zinnober-Button) startet die 15-Sekunden-Nachdenkpause: „Willst du noch einmal drüber nachdenken?" mit Sekunden-Countdown; größte Fläche ist der grüne Schild-Button „Sperre weiterlaufen lassen". Läuft der Countdown ab, öffnet sich die Code-Seite.
  • Wasserzeichen (toki, Zeit).

Screen: Code-Eingabe Entriegeln

  • Zeigt die Apps der betroffenen Sperre, ihr reguläres Ende und wohin der Code ging (maskierte E-Mail-Adresse).
  • Wasserzeichen (kagi, Schlüssel).
  • 6 Ziffernfelder mit Auto-Weiterschaltung; falscher Code: Schütteln, Felder leeren, Hinweis.
  • Richtiger Code beendet nur diese eine Sperre — alle anderen laufen weiter.
  • Grüner Schild-Button „Doch nicht — Sperre läuft weiter" als gleichwertiger Ausweg.

Screen: Einstellungen Definition

Sechs Abschnitte, mehr nicht. Wasserzeichen: (kokoro, Herz und Geist).

  • 1 · Notfallcode: E-Mail-Adresse (die einzige „Kontoinformation" der App), Strikter Modus (Code-Mail erst nach 10 Min Wartezeit), Partner-Modus (Code an fremde Adresse).
  • 2 · Blockierung: Safari-Websites mitsperren (instagram.com & Co.); Zeitpläne (werktags 9–17 Uhr) vorgesehen, noch nicht spezifiziert.
  • 3 · Erscheinungsbild: Sperr-Screens dunkel (Sumi-Tusche, Standard) oder hell (Washi).
  • 4 · Benachrichtigungen: „Wenn eine Sperre endet" — Standard aus, Hinweis: „Benachrichtigungen stören nur die Ruhe ;-)". Einschalten erst nach 15 Sekunden Bedenkzeit („Willst du wirklich benachrichtigt werden?"); Ausschalten sofort.
  • 5 · Die Zeichen: Menüpunkt „Woher der Wind weht" — öffnet die Glossar-Unterseite mit allen Zeichen, Lesungen und Geschichten.
  • 6 · Über: GitHub-Repo-Link, MIT-Lizenz, Preis-Zeile („Kostenlos. Kein Kauf, kein Abo, kein Login."), Feedback-Button; Fußzeile mit neckarshore.ai-Logo (24 px) und Schriftzug.

Screen: Woher der Wind weht Glossar-Unterseite

  • Erreichbar über Einstellungen → „Die Zeichen"; Zurück-Pfeil „‹ Einstellungen" oben links.
  • Liste aller Zeichen der App: großes Zeichen links, rechts Lesung, deutsche Bedeutung und eine kurze Geschichte (2–3 Sätze) — z. B. bei 間: die Sonne 日 im Torbogen 門.
  • Beantwortet das „What does it mean?", ohne die Screens selbst mit Text zu belasten.

Design-System: Japanese Minimal Gestaltung

Umgesetzt als Interpretation, da die Referenzseite rauhut.com aus dieser Session nicht erreichbar war (Netzwerk-Policy) — mit dem Original-CSS wird exakt angeglichen.

  • Farben: Washi-Papier (#F5F2EA) als Grund, Sumi-Tusche (#211E19) als Schrift, Zinnober (#B5442C) als einziger Akzent; Sperr-Screens wahlweise dunkel (Tusche, Standard) oder hell (Washi) — beide aus denselben Token, nur die Werte kippen. Grün nur für die motivierende „Weiterlaufen"-Wahl.
  • Typografie: Mincho-Serifen für Überschriften (Hiragino Mincho / Yu Mincho) — auch auf den Sperr-Screens; System-Sans für UI-Text; Ziffern mit Tabellensatz.
  • Form: Hairlines statt Karten, geringe Rundungen, keine Schatten-Effekte, viel Leerraum (Ma). Icons im SF-Symbols-Stil (dünne Linie). Das Hanko-Siegel 静 („Stille") als Marke.

Prinzip: Reibung statt Unmöglichkeit warum E-Mail?

Es geht nicht um Unmöglichkeit, sondern um Reibung. Der Impuls „nur kurz Instagram" überlebt selten die 60 Sekunden, die der Umweg übers Postfach kostet.

  • Notausgang bleibt offen: Echte Notfälle gehen immer — das senkt die Hemmung, die Sperre überhaupt zu aktivieren.
  • Strikter Modus: Code-Mail kommt erst nach 10 Minuten Wartezeit.
  • Partner-Modus als Ausbaustufe: Code geht an eine fremde Adresse.

Technische Realität iOS Screen Time API

Echtes App-Blockieren läuft über Apples FamilyControls / ManagedSettings / DeviceActivity:

  • Das Family-Controls-Entitlement muss bei Apple beantragt werden (dauert erfahrungsgemäß Wochen — früh stellen).
  • Die App sieht die gewählten Apps nur als opake Token, nicht mit Klarnamen — fürs Konzept unkritisch.
  • Mehrere parallele Sperren sind technisch problemlos: pro Sperre ein eigenes DeviceActivity-Schedule.
  • E-Mail-Versand braucht ein Mini-Backend, oder: Code wird clientseitig erzeugt, verschlüsselt gespeichert, nur die Mail kennt den Klartext.

Offene Punkte vor der Umsetzung klären

  • Zeitplan-Modus (werktags 9–17 Uhr automatisch): MVP oder Version 2?
  • Strikter Modus (10-Min-Wartezeit auf die Code-Mail): Standard an oder aus?
  • Zifferblatt am Gerät testen: Fühlt sich die 12-Std-Skala beim Drehen richtig an?
  • Edge Cases für die Umsetzung: Sperren müssen Neustart und Flugmodus überleben (lokal terminiert, nicht server-abhängig); Verhalten bei Zeitzonenwechsel definieren.

Anhang: Bewusst weggelassen out of scope — nicht umsetzen

Ausdrücklich kein Bestandteil der Spezifikation — Negativliste, nichts hiervon bauen. Die 15-€-Abo-Konkurrenz (Opal, Jomo & Co.) verkauft Statistiken, Gamification und „Focus Scores". Genau das nicht bauen:

  • Keine Nutzungsstatistiken, keine Wochenreports
  • Keine Streaks, Bäume oder Belohnungs-Tamagotchis
  • Kein Account, kein Login — nur eine E-Mail-Adresse als Code-Empfänger
  • Kein Geldmodell: kostenlos, Open Source (MIT) — kein Abo, kein Einmalkauf

Anhang: Verworfene Namens-Alternativen out of scope — nicht umsetzen

Ausdrücklich kein Bestandteil der Spezifikation. Reines Archiv der Namensfindung — der Name ist entschieden: Kaze (風). Nichts aus dieser Liste implementieren, benennen oder referenzieren.

Sperrstunde 門限 mongen „Sperre" + „Stunde" in einem Wort; im Wirtshaus der Moment, ab dem nichts mehr ausgeschenkt wird. — 門限 = „Torschluss-Zeit": die Stunde, bis zu der man zu Hause sein muss; das echte japanische Wort für Sperrstunde/Heimkehrzeit.
Funkstille 沈黙 chinmoku Man verordnet seinen Apps Funkstille. Ruhig, erwachsen, sofort verständlich. — 沈黙 = „Schweigen, Stille"; der Fachbegriff für Funkstille wäre 無線封止 musen fūshi.
Sendepause 放送休止 hōsō kyūshi Der freundlichste der Runde — Instagram hat jetzt Sendepause. — 放送休止 = „Sendeunterbrechung": der echte Begriff aus dem japanischen Fernsehen für die nächtliche Sendepause.
Funkloch 圏外 kengai Apps ins Funkloch schicken. Augenzwinkernd, sehr merkfähig. — 圏外 = „außerhalb des Bereichs": genau das steht auf jedem japanischen Handy, wenn es keinen Empfang hat.
Stubenarrest 外出禁止 gaishutsu kinshi Die Apps kriegen Stubenarrest. Frech — passt zum „Notfallcode" ;-) — 外出禁止 = „Ausgehverbot"; kürzer und strafender: 謹慎 kinshin (Hausarrest als Disziplinarmaßnahme).
Erstmal Ruhe まず静かに mazu shizuka ni Direkt aus dem Einrichten-Screen: „Wer soll erst mal Ruhe geben?" — wörtlich „erst einmal still"; knüpft ans Zeichen 静 an.
Riegel kannuki Der frühere Arbeitstitel. — 閂 = der hölzerne Torriegel; ein einzelnes, seltenes und sehr bildhaftes Zeichen (ein Balken 一 im Tor 門).